
Bewertung der Adressrisiken im Eigengeschäft in okular ZIABRIS
Das Ausfallrisiko im Depot A ist nur ein Teil des Kreditrisikos. Wie die Finanzmarktkrise gezeigt hat, können Ratingveränderungen oder Credit-Spread-Änderungen zu deutlichen Wertschwankungen und Verlusten bei zinstragenden Geschäften führen. Das Modul „Kreditportfoliomodell für Eigengeschäfte“ bewertet das Ausfall-, Migrations- und Spreadrisiko der kreditrisikobehafteten Geschäfte in okular ZIABRIS (Adressrisiko in Eigenanlagen).
Mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation werden
- Expected Loss (EL),
- Credit Value at Risk (CVaR) und
- Expected Shortfall (ES)
auf Gesamtportfolioebene berechnet, um Diversifikationseffekte zu berücksichtigen. Anschließend wird der Risikobeitrag jedes Geschäfts ermittelt. Durch die Aufspaltung des Gesamtrisikos in Migrations- und Spreadrisiko lassen sich Risikotreiber erkennen, Klumpenrisiken identifizieren und das Risiko insgesamt gezielt steuern. Die Auswirkungen von geplanten Transaktionen können Sie über Steuerungsmaßnahmen in der Analyse berücksichtigen.
Bewerten Sie Migrations- und Spreadrisiken in Ihrem Portfolio
Zur Bewertung in der Monte-Carlo-Simulation wird das Kreditrisiko des Depot A in zwei Komponenten aufgeteilt:
- Migrationsrisiko: Bei einer Herabstufung des Ratings verringert sich der Marktwert einer Anleihe, weil der Credit Spread steigt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ratingänderung oder eines Ausfalls wird mit segmentspezifischen Migrationsmatrizen beschrieben.
- Spreadrisiko: Selbst bei konstantem Rating unterliegt der Marktwert eines Geschäfts Schwankungen, weil sich die Credit Spreads im Zeitablauf ändern. Die Wahrscheinlichkeiten für die Spreadänderungen werden aus diskreten Credit-Spread-Verteilungen entnommen. Für Migrations- und Spreadrisiko werden separate Zufallszahlen gezogen, die jeweils eine Korrelation zu einem Hintergrundfaktor berücksichtigen.
Ein flexibler Dispositionshorizont ermöglicht Ihnen eine strategische und operative Risikobetrachtung
Durch eine flexible Parametrisierung können Sie individuelle Eigenschaften Ihres Depot A abbilden
Das Modul „Kreditportfoliomodell für Eigengeschäfte“ ermöglicht Ihnen eine flexible Parametrisierung der Monte-Carlo-Simulation. So können Sie individuelle Portfoliospezifika angemessen berücksichtigen:
- Segmente: Die Preisentwicklung der Anleihen von Banken, Unternehmen oder Staaten wird von unterschiedlichen Faktoren determiniert. Entsprechend unterscheiden sich Credit Spreads, Migrationsmatrizen und Credit-Spread-Verteilungen. Diese Parameter können Sie segmentspezifisch erfassen.
- Credit-Spread-Verteilungen: Durch die Erfassung diskreter Credit-Spread-Verteilungen lassen sich historisch beobachtete oder theoretische Verteilungen verwenden. Je nach Struktur des Portfolios ist es notwendig, für verschiedene Laufzeiten und/oder verschiedene Ratings individuelle Verteilungen zu betrachten, um das Risiko adäquat beschreiben zu können. Die Anzahl der Verteilungen und die Anzahl der Stützstellen sind dabei nicht begrenzt. So können Sie eine beliebig genaue Parametrisierung vornehmen.
- Krisen- und Stressszenarien: Um die Auswirkungen von extremen Kapitalmarktereignissen zu bewerten, können Sie Migrationsmatrizen und Credit-Spread-Verteilungen für individuell auf das Portfolio zugeschnittene Krisen- und Stressszenarien parametrisieren.
- Wert bei Ausfall: Am Geschäft kann eine LGD-Klasse hinterlegt werden, die in der Kalkulation berücksichtigt wird.

