Kostensteuerung

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Kostensteuerung:
Standardstückkosten und Prozesskosten

Mit jedem Abschluss und auch während der Laufzeit eines Kundengeschäfts entstehen Kosten für die Betreuung des Kunden, die Bearbeitung seiner Daten und Unterlagen sowie Sach- und EDV-Kosten usw. Die Messung der Ist-Kosten erfolgt meist auf Profit-Center-Ebene und erst nach Anfall. Jedoch soll bereits bei Abschluss eines Kundengeschäfts eine Kondition gefunden werden, die auch diese Prozesskosten abdeckt.
Daher ist es zu Beginn wichtig, dass eine Bank pro Produktart beantworten kann, was im Durchschnitt hinsichtlich der Eröffnungs-, laufenden, Prolongations- und Schließungskosten anfallen wird. Erst wenn diese durchschnittlichen Prozesskosten bekannt sind, ist es möglich, bereits beim Abschluss von Neugeschäft in der Vorkalkulation kalkulatorische Standardstückkosten in die Kondition einzurechnen. Auch in der Nachkalkulation können diese weiterhin im Deckungsbeitragsschema kalkuliert werden und im Zeitverlauf den Ist-Kosten gegenübergestellt werden. Gibt es hier eine Diskrepanz, ist zu hinterfragen, ob die kalkulatorischen Standardstückkosten generell zu niedrig bemessen sind oder ob es andere Gründe gibt, warum diese auseinanderfallen.

Kostenstellen-/-artenrechnung, Kostenverteilung, Kostenplanung

Mit Hilfe eines Betriebsabrechnungsbogens können Sie sich Transparenz über Ihre Kosten verschaffen. Im ersten Schritt sind hierzu die Kosten in die Kostenarten zu kategorisieren. Hierbei sind, je nach Steuerungskonzept, auch kalkulatorische Kosten zu berücksichtigen. Im zweiten Schritt werden die Kosten den Kostenstellen zugeordnet. Hierbei können Kostenstelleneinzelkosten, die direkt einer Kostenstelle zurechenbar sind, von Kostenstellengemeinkosten, die über Verteilungsschlüssel und Profile zugerechnet werden, unterschieden werden. Die Kostenmatrix aus Kostenarten und Kostenstellen ist das Ergebnis der Primärverteilung. Im Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung müssen die in Unterstützungsprozessen angefallenen Kosten auf die Hauptkostenstellen verrechnet werden. Hierbei kommen in der Sekundärverteilung das Stufenverfahren oder das Stellenausgleichsverfahren zur Anwendung.

Zur Steuerung der Kosten werden in der Regel Planungen auf Basis von Kostenarten oder Kostenarten und Kostenstellen durchgeführt. Zusätzlich sind die Planungen regelmäßig über eine Kostenhochrechnung (Forecast) zu aktualisieren. Der Vergleich von Ist-Kosten, Plan-Kosten und Forecast-Kosten zeigt Planabweichungen auf und liefert Ihnen wichtige Steuerungsimpulse.