Der Credit Spread stellt für Investoren einen attraktiven Renditezuschlag gegenüber Staatsanleihen dar. Hierfür ist der Anleger bereit, die mit einer Unternehmensanleihe verbundenen Kredit-, Liquiditäts- und Spreadrisiken zu übernehmen. Insbesondere steigende Credit Spreads führten während der Finanzmarktkrise zu sinkenden Anleihewerten und damit zu Verlusten in Bond-Portfolios. Daher sind Kenntnisse über die Credit-Spread-Dynamik für die Investitionsentscheidung und das Risikomanagement von Anleiheportfolios von großer Bedeutung.
Die Publikation von Dr. Matthias Schlecker analysiert, welche Einflussfaktoren die Höhe und die Entwicklung des Credit Spreads im Zeitablauf erklären können. Ausgehend von den Risiken einer Unternehmensanleihe wird die wissenschaftliche Literatur systematisch und anschaulich aufgearbeitet, strukturiert und analysiert. Dabei werden die Grenzen der theoretischen Bewertungsmodelle aufgezeigt.
Der Credit Spread kann als Renditedifferenz zu Staatsanleihen, Swaps oder Pfandbriefen bestimmt werden. Der Autor vergleicht hierbei verschiedene Berechnungsmethoden. Je nach gewählter risikofreier Referenz ergeben sich Spreads unterschiedlicher Höhe, die ökonomisch auf ihren Informationsgehalt analysiert und interpretiert werden.
Mit Hilfe der Kointegrationsanalyse entwickelt Dr. Matthias Schlecker ein langfristiges Gleichgewichtsmodell, das die Dynamik des Credit Spreads beschreibt. Für den Untersuchungszeitraum zwischen 1994 und 2008 kann das Modell die Credit-Spread-Entwicklung besser erklären, als die bisher aus der Literatur bekannten Modelle.
Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66), Eul Verlag, Lohmar/Köln, ISBN: 978-3-89936-812-3
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Autors: Dr. Matthias Schlecker
